Bildungsstätte – Kulturhaus

bildung_01Ein Kernanliegen des Gesamtprojektes „kulturraum.gut.oberhofen“ ist der Impuls, eine Kultur- und Bildungsstätte aufzubauen, die in vielfältigster weise Jugendarbeit, Ausbildung und Erwachsenenbildung entwickelt und mit verschiedensten künstlerischen und praktischen Lernfeldern verbindet. Dabei stehen die Lehrlingsausbildung in verschiedenen Betrieben vor Ort, sowie die landwirtschaftliche Ausbildung als Überregionale Vernetzung, die Jugendprojekte und weitere berufsbegleitende Fortbildungsangebote im Zentrum des Anliegens.

Lehrlingsausbildung in Oberhofen meint hier den Aufbau verschiedener Ausbildungs-Betriebe in Landwirtschaft, Hauswirtschaft, Schreinerei, Veredelung landwirtschaftlicher Produkte und Sozial-Pädagogik, die in einem Ausbildungsverbund zusammenwirken und innerhalb der Bildungsstätte ein fachübergreifendes Grundstudium (Zusatzkurse) ermöglichen. Das bezieht sich auf Themen wie persönlich-biographische Entwicklungsfragen, soziale und ökologische Lebensfragen, sowie geisteswissenschaftliche und ethische Erkenntnisse und Handlungsorientierungen. Es ist daran gedacht, allen Auszubildenden und Praktikanten vor Ort (ca. 15 Personen) einen fortwährenden „Begleitstudienkurs“ anzubieten, der zusätzlich zu den obligatorischen Ausbildungsmodulen wöchentlich halbtags stattfindet. Zusätzlich gehören für jeden Auszubildenden Praxisprojekterfahrungen in den jeweils benachbarten Betrieben zum Gesamtkonzept des Ausbildungsimpulses in Oberhofen.

Ein weiterer, entscheidender Baustein der Bildungsstätte Gut Oberhofen bezieht sich auf den Aufbau einer grundständigen Ausbildung in biologisch-dynamischer Landwirtschaft als überregionale „Bio-Landbauschule“ für die Region. Hier ist gemeint, dass in Zusammenwirken der verschiedenen Demeter-Betriebe ein eigenes Ausbildungsangebot entsteht, das die Auszubildenden der Region in Blockseminaren monatlich oder quartalsmäßig zusammenfasst und dadurch einen (vielleicht dreijährigen), grundständigen Ausbildungsgang zum biologisch-dynamischen Landwirt ermöglicht. Da eine solche Ausbildung zwar in verschiedenen Regionen Deutschlands, aber noch nicht in Österreich besteht, aber schon länger gewünscht wird, ist es ein Anliegen der Bildungsstätte Gut Oberhofen dazu weitere Schritte einzuleiten und in Zusammenarbeit mit dem Demeter-Verband und den Landwirten der Region die Ausbildung aufzubauen, und vor Ort die Blockseminare durchzuführen.

kultur_04

Ein weiterer Tätigkeitsbereich der Bildungsstätte Gut Oberhofen bezieht sich auf die Konzeption einer anthroposophischen Jugendarbeit, die inhaltliche, künstlerische und praktische Projekte miteinander verbindet. Gedacht ist hier an jährliche Jugendwochen zur Berufsorientierung, überregionale Jugendtagungen, sowie die Durchführung von Praxis-Jahren für Praktikanten und jungen Menschen in freiwilligen sozialen und ökologischen Diensten. Hier bietet Oberhofen ein umfangreiches Lernfeld und die Möglichkeit, dass solche Projekte sozialpädagogisch und fachlich begleitet werden können. Ein zentrales Anliegen der Bildungsstätte ist es, den anthroposophischen Jugendimpuls zu fördern und Raum zu geben. Das soll in enger Zusammenarbeit mit der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland und Österreich, sowie mit der Jugendsektion der freien Hochschule für Geisteswissenschaft in Dornach (Schweiz) geschehen.

Darüber hinaus werden in Oberhofen berufsbegleitende Fortbildungen, sowie Seminarangebote zu Kernthemen der Anthroposophie (Meditation, Karma, Sozialwissenschaft etc.) entwickelt und in Seminarblöcken an Wochenenden bzw. in Bildungswochen angeboten. Es geht hier um eine Methode der Erwachsenenbildung und Anthroposophie Vermittlung, die sehr übungs- und praxisbezogen mit überregional erfahrenen Referenten stattfindet und die einen eigenständigen Zugang zu anthroposophischen Inhalten ermöglicht. Als Zielgruppe (Seminarteilnehmer) gehen wir von einem weiten Einzugsgebiet aus, das sich über Österreich, Deutschland und Mitteleuropa erstreckt. Die Lage des Objektes, seine sehr gute Erreichbarkeit und die ausgesprochen erholsame Landschaft drum herum, lässt uns vermuten, dass Oberhofen gerade auch für Bildungsurlaub eine Top-Adresse in der Anthroposophischen Bildungs-Landschaft wird. Hinzu kommt, dass die Initiatoren des Projektes über Jahrzehnte Erfahrung in der anthroposophischen Kultur- und Bildungsarbeit haben.

Vor Ort eignet sich das Gutshaus mit seinen bereits bestehenden Gäste- und Küchenräumen, sowie der vorhandenen Anzahl von ca. 12 Gästezimmern sehr gut für dieses Projektvorhaben. Außerdem steht nebenan auf dem Kirchengelände ein neugebautes Gemeindehaus der Kirche, welches ebenfalls mit gut ausgestatteten Seminarräumen bestückt ist und eine Kooperation naheliegend macht. Im Dorf Oberhofen werden derzeit ca. 15 Gästewohnungen angeboten, die auch für größere Seminare angemietet werden könnten.

Das Gutshaus in Oberhofen als Kultur- und Bildungsstätte mit Bewirtung und Gästebetrieb ist von der Bausubstanz her in gutem Zustand, bedarf aber einer grundlegenden Sanierung. Das bezieht sich sowohl auf die Heizungsanlage, als auch auf die Kücheneinrichtung, wie ebenfalls auf die Renovierung der Zimmer. Hinzu kommt der Ausbau eines vorhandenen, ebenerdigen Gewölbekellers, der sich als größerer Kultur- und Versammlungsraum geradezu anbietet. Die Sanierungsarbeiten sollen im Jahr 2014 beginnen.

kultur_06