Landwirtschaft

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Wir verstehen die Landwirtschaft als Lieferant von Nahrungsmitteln, aber vor allem als Quelle des Lebendigen.

Ein gesunder Hoforganismus ist dafür die Grundlage. Der Hoforganismus besteht aus den einzelnen Organen des Hofes, den Menschen, den Tieren, den Pflanzen und dem Boden. Diese Organe sind an jedem Standort, in jedem Organismus ganz individuell und bilden einen einzigartigen und vielfältigen Zusammenhang. Die Vielfalt ist Vorraussetzung, um eine solche Betriebsindividualität langfristig gesund zu gestalten. Die biologisch-dynamische Landwirtschaft verbindet diese Qualitäten in sich und schafft darüber hinaus Raum für die Entwicklung und Gesundung von Mensch und Erde.

Das Herz des landwirtschaftlichen Betriebes bildet zur Zeit eine Milchviehherde von 21 Tiroler Grauviehkühen und deren Nachzucht. Diese bedrohte Nutztierrasse zeichnet sich durch Genügsamkeit verbunden mit Langlebigkeit und herausragender Gesundheit, bei gleichzeitig guten Leistungen aus. Es sind kleine Tiere von besonderer Schönheit und einem ruhigen Wesen. Neben der Erhaltung der alten Rasse mit ihrem vielseitigen Zuchtpotenzial, sehen wir es als eine Aufgabe, die Tiere an zukünftige Bedingungen anzupassen. Eine enge Mensch-Tier-Beziehung zu pflegen ist uns besonders wichtig. Dazu gehören zum Beispiel der tägliche, enge Kontakt, die muttergebundene Kälberaufzucht und die wesensgemäße Einrichtung der täglichen Arbeit. 100 Hühner und ein paar Pferde und Ziegen bereichern die Tierhaltung des Betriebes mit den ihnen eigenen Wesenheiten.

Die unterschiedlichen Tierarten bringen verschiedene Mistqualitäten, die den hofeigenen Dünger ausmachen. Der Dung bereitet wiederum den Boden für das Gedeihen der Feldfrüchte und des Futters.

Auch im Ackerbau streben wir eine Vielfalt der sich ergänzenden Kulturen an, um so ein stabiles System für gesunde Lebensmittel zu erschaffen.

Der Wechsel von aufbauenden (Kleegras, Leguminosen) und abbauenden Kulturen (Getreide, Hackfrüchte ) sowie von Sommer- und Winterfrüchten mit ihren unterschiedlichen Ansprüchen belebt den Boden und reguliert das Unkraut. Kleegras wird als wertvolles Futter angebaut, Weizen, Dinkel und Roggen werden zu Brot verarbeitet und der Hafer dient als Futtergetreide. Kartoffeln und Feldgemüse ergänzen die Vielfalt und werden möglichst direkt vermarktet.

Der Aufbau und die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit ist uns ein großes Anliegen. Dazu gehört unbedingt die Arbeit mit den biologisch-dynamischen Präparaten. Diese verlebendigen den Boden und wirken ausgleichend auf die Pflanzen im natürlichen Zusammenhang von Boden und Klima. Ein so gestalteter Ackerbau bringt Farben, Formen und Abwechslung in das Landschaftsbild und lässt das Gedeihen der Kulturen im Jahreslauf erlebbar werden.

Auch Abseits der Produktionsflächen soll Raum für die Biodiversität durch Landschaftsgestaltung entstehen. Es stehen 51 ha für die Landwirtschaft zur Verfügung.

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In der landwirtschaftlichen Ausbildung wollen wir unsere Erfahrungen an junge Menschen weitervermitteln und uns bemühen die Begeisterung für diesen wunderbaren, vielseitigen Beruf weiterzugeben.

Um die Qualität der hochwertigen Produkte weitestgehend zu erhalten soll die Verarbeitung vor Ort eingerichtet werden. Auch ist es nötig die Wertschöpfung der Verarbeitung möglichst im „Betrieb“ zu halten um eine vielseitige Landwirtschaft überhaupt zu ermöglichen. Eine Bäckerei in der später das eigene Getreide verarbeitet werden soll hat den Anfang gemacht. Das Brot wird ab Hof vermarktet. Mit einer Milchverarbeitung soll die Produktpalette ergänzt werden und so ein zunehmend vielfältiges Angebot entstehen.

Die Direktvermarktung der eigenen Produkte von der Urproduktion angefangen bis zur Verarbeitung ermöglicht eine Transparenz der Herstellung, wie sie heute auf dem anonymen Markt nicht mehr herzustellen ist. So bleibt die regionale Qualität erhalten und geht auf kurzen Wegen an die Menschen. Es gibt keine langen Transportstrecken und die Kinder können Zusammenhänge neu erleben, die heute weitgehend im Verborgenen stattfinden.

Der Landwirtschaft wird so die Aufgabe zuteil die Grundlagen unseres Lebens erlebbar zu machen, qualitativ hochwertige LEBENS-Mittel zur Verfügung zu stellen und die wunderbare Kulturlandschaft weiterhin zu pflegen und zu erhalten. Die einfühlsame Arbeit mit der Natur ist dafür eine Voraussetzung, die jedes Jahr wieder neue Herausforderungen mit sich bringt.