Satzung

1. Präambel

Der gemeinnützige Verein „Kulturraum Gut Oberhofen“ ist mit dem Willen von Frau Christel Nacke eng verbunden. Ihr Anliegen ist es, eine biologisch-dynamische Landwirtschaft in Verbindung mit verschiedenen sozialen und kulturellen Initiativen zu ermöglichen und zu fördern. Dadurch sollen nachhaltige, und zukunftsfähige sozio-kulturelle Räume entstehen, in denen Menschen zum Wohle der Gesellschaft schöpferisch tätig werden können. In der Verantwortung für Mensch und Umwelt sollen Projekte gefördert werden, die im Sinne eines anthroposophischen Welt- und Menschenverständnisses die Verbindung von geistigem und materiellem Wirken schaffen. Insbesondere stellt Frau Nacke ihr Hofgut in Oberhofen für diese Aufgaben zur Verfügung. Sie will damit einen Beitrag für menschengemäßes Leben und Arbeiten auf der Grundlage eines landwirtschaftlichen Organismus ermöglichen.

Auf diesem Hintergrund geht es dem Verein um einen nachhaltigen Umgang mit der Natur durch eine biologisch-dynamische Arbeitsweise, um neue Formen im sozialen Miteinander der Menschen, um einen entsprechenden Umgang mit Eigentum, Kapital und Arbeit, sowie um anthroposophische Bildung, Sozialpädagogik und Therapie, insbesondere in Bezug auf deren Integration in organische Lebensverhältnisse. Dies schließt einen angemessenen Umgang mit der Natur ebenso ein, wie die Förderung entsprechender natur- und geisteswissenschaftlicher Erkenntnis und deren Verbreitung. Es geht darum, solche Lebens- und Arbeitsverhältnisse zu entwickeln, zu erproben und für die Allgemeinheit zugänglich zu machen.

2. Satzung

§ 1 Name Sitz und Tätigkeitsbereich

  1. Der Verein trägt den Namen „Kulturraum Gut Oberhofen“.
  2. Er hat seinen Sitz in Oberhofen am Irrsee.
  3. Er erstreckt seine Tätigkeiten schwerpunktmäßig auf Oberhofen am Irrsee, darüber hinaus auch auf ganz Österreich und im Einzelfall auch auf andere Länder der EU.
  4. Die Errichtung von Zweigvereinen ist nicht beabsichtigt.

§ 2 Zweck des Vereins

  1. Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet ist, bezweckt die Entwicklung, Verbreitung und Förderung von Kunst und Kultur, Erziehung und Therapie, Volks- und Berufsbildung, der Kindheitspädagogik und Altenpflege, sowie die Förderung menschengemäßer Sozialgestaltungen und Arbeitsformen. Ein weiteres Kernanliegen der Förderung ist die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von ökologischen Landbaumethoden und des Umweltschutzes, sowie deren Umsetzung in die Praxis.
  2. Der Satzungszweck wird verwirklicht durch wissenschaftliche, volkspädagogische Kurse und Veranstaltungen, durch die Errichtung von pädagogischen Institutionen, sowie durch den Aufbau einer Bildungsstätte und weiteren Ausbildungsbetrieben unter Anderem in den Bereichen Landwirtschaft, Handwerk, Veredelung von Nahrungsmitteln, Hauswirtschaft, Pädagogik, Sozialtherapie, Altenpflege und Kulturarbeit.
  3. Zu diesem Zweck kann der Verein Grundbesitz, landwirtschaftliche Nutzflächen und Immobilien, sowie Inventar erwerben, um sie im Sinne seiner Aufgaben zu verwenden.
  4. Der Verein betreibt das landwirtschaftliche Gutsanwesen von Frau Nacke in Oberhofen am Irrsee und setzt es im Sinne der beschriebenen Satzungszwecke ein. Das Anwesen dient dem Verein als Sitz und Ausgangsprojekt.
  5. Der Verein kann Grund und Boden, Immobilien und Inventar an Personen und Organisationen verpachten, bzw. vermieten, die im Sinne der Vereinsziele tätig sind.
  6. Der Satzungszweck wird verfolgt auf der Grundlage der von Rudolf Steiner begründeten anthroposophischen Geisteswissenschaft und dient ihrer Erforschung und praxisnahen Umsetzung.
  7. Der Verein strebt eine enge Zusammenarbeit mit der Anthroposophischen Gesellschaft in Österreich und in Deutschland an, mit der „Freien Hochschule für Geisteswissenschaft“ in Dornach (Schweiz) und ihren Sektionen, sowie mit den Praxisverbänden im Demeter-Landbau.

 

Die vollständige Satzung finden Sie hier

§ 3 Mittel zur Errichtung des Vereinszwecks

  1. Der Vereinszweck soll durch ideelle und materielle Mittel erreicht werden. Als ideelle Mittel dienen Vorträge und Versammlungen, Bildungsveranstaltungen, Kolloquien, Veröffentlichung von Texten, Mitteilungsblatt, Rundbriefe, Künstlerische Aufführungen u.a.
  2. Die erforderlichen materiellen Mittel sollen aufgebracht werden durch Mitgliedsbeiträge, Erträgnisse aus Veranstaltungen, Spenden, Schenkungen, Vermächtnisse und sonstige Zuwendungen.

 

§ 4 Mitgliedschaft und Mitgliedsbeitrag

  1. Mitglied des Vereins kann jede natürliche und jede juristische Person werden, die sich den Aufgaben des Vereins verbunden fühlt und sie fördern will.
  2. Die Mitgliedschaft wird erworben durch schriftliche Beitrittserklärung. Über die Aufnahme eines Mitgliedes entscheidet die Mitgliederversammlung.
  3. Die Mitgliedschaft endet durch den Tod (bei juristischen Personen durch Verlust der Rechtspersönlichkeit), durch einen schriftlich erklärten Austritt, oder durch Ausschluss aus einem wichtigen Grund (insbesondere durch Verstoß gegen den Paragraph 2 dieser Satzung) worüber die Mitgliederversammlung durch einfache Mehrheit beschließt.
  4. Die Mitglieder des Vereins entrichten einen monatlichen, finanziellen Beitrag in Höhe des durch die Mitgliederversammlung beschlossenen Richtsatzes.
  5. Die Mitglieder sind berechtigt, an allen Veranstaltungen des Vereins teilzunehmen. Ihnen stehen das Stimmrecht in der Generalversammlung, sowie das aktive Wahlrecht zu.
  6. Die Mitglieder sind verpflichtet, die Interessen des Vereins nach Kräften zu fördern, die Vereinsstatuten und die Beschlüsse der Vereinsorgane zu beachten. Sie sind zur Zahlung der Mitgliedsbeiträge in der von der Generalversammlung beschlossenen Höhe verpflichtet.

 

§ 5 Vereinsorgane

Die Organe des Vereins sind:

  • Die Generalversammlung
  • Der Vorstand
  • Der Assoziationskreis
  • Die Rechnungsprüfer
  • Das Schiedsgericht

 

§ 6 Generalversammlung

  1. Die ordentliche Generalversammlung findet in jedem Kalenderjahr mindestens einmal statt, und zwar spätestens fünf Monate nach Ablauf des vorherigen Geschäftsjahres. Sie wird vom Vorstand schriftlich einberufen. Die Einladung erfolgt rechtzeitig unter Bekanntgabe der Tagesordnung, spätestens 20 Tage vor der Versammlung.
  2. Eine außerordentliche Generalversammlung findet auf Beschluss des Vorstandes, der ordentlichen Generalversammlung, oder auf schriftlich begründeten Antrag von mindestens einem Zehntel der stimmberechtigten Mitglieder oder auf Verlangen der Rechnungsprüfer binnen sechs Wochen statt.
  3. Anträge zur Generalversammlung sind mindestens eine Woche vor dem Termin der Versammlung beim Vorstand schriftlich einzureichen.
  4. Die Generalversammlung wird durch ein Mitglied des Vorstandes geleitet. Sie ist mit den anwesenden Mitgliedern beschlussfähig, wenn sie satzungsgemäß einberufen worden ist. Die Generalversammlung fasst ihre Beschlüsse möglichst einmütig, sonst nach Mehrheit der abgegebenen Stimmen der anwesenden Mitglieder, soweit nicht in dieser Satzung an anderer Stelle eine qualifizierte Mehrheit vorgeschrieben ist. Beschlüsse der Mitgliederversammlung sind zu protokollieren.
  5. Ein Mitglied, das zu einer Mitgliederversammlung nicht anwesend sein kann, kann sein Stimmrecht auch schriftlich ausüben.
  6. Bei der Generalversammlung sind alle Mitglieder Teilnahmeberechtigt und Stimmberechtigt. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Juristische Personen werden durch einen Bevollmächtigten vertreten.
  7. Beschlüsse über Satzungsänderungen bedürfen einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen. Eine Änderung von § 2 der Satzung ist nur mit den Stimmen von drei Vierteln aller Mitglieder und nach vorheriger Anhörung des zuständigen Finanzamtes möglich.

 

§ 7 Aufgabenkreis der Generalversammlung

  1. Der Generalversammlung sind folgende Aufgaben vorbehalten:
  2. Entgegennahme und Genehmigung des Rechenschaftsberichtes und des Rechnungsabschlusses, sowie Beschlussfassung über den Voranschlag.
  3. Wahl, Bestellung und Enthebung der Mitglieder des Vorstandes und der Rechnungsprüfer.
  4. Genehmigung von Rechtsgeschäften zwischen Vorstandsmitgliedern und Rechnungsprüfern mit dem Verein.
  5. Entlastung des Vorstandes.
  6. Festsetzung der Höhe der Mitgliedsbeiträge.
  7. Aufnahme neuer Mitglieder.
  8. Beschlussfassung über Statutenänderungen und die freiwillige Auflösung des Vereins.

 

§ 8 Vorstand

  1. Der Vorstand besteht aus mindestens zwei, höchstens sechs Vereinsmitgliedern und zwar mindestens aus dem Obmann und dem Schriftführer. Das Amt des Kassierers bzw. die Stellvertreter aller Ämter werden durch die Vorstandsmitglieder bestimmt.
  2. Der Vorstand wird von der Generalversammlung gewählt. Kandidaten für das Vorstandsamt werden von Mitgliedern des Vereins mindestens 30 Tage vor der Wahl unter Voraussetzung ihres Einverständnisses vorgeschlagen und von der Generalversammlung auf jeweils drei Jahre gewählt. Eine Wiederwahl ist möglich. Die Mitglieder des Vorstandes bleiben in jedem Fall solange im Amt, bis ein neuer Vorstand gebildet ist.
  3. Der Vorstand vertritt den Verein durch jeweils zwei seiner Mitglieder gemeinsam. Er übt sein Amt grundsätzlich ehrenamtlich aus. Er führt die Geschäfte und verwaltet das Vermögen des Vereins. Vorstandssitzungen erfordern die Anwesenheit von mindestens zwei Vorstandsmitgliedern. Beschlüsse des Vorstands werden mit einfacher Mehrheit gefasst und sind zu protokollieren. Den Vorsitz führt der Obmann, bei Verhinderung der Schriftführer.
  4. Übernimmt ein Vorstandsmitglied besondere, umfangreichere Aufgaben des Vereins können diese angemessen vergütet werden.
  5. Der Vorstand kann zur Unterstützung seiner Tätigkeit auch Berater hinzuziehen, die nicht Vereinsmitglieder sind.
  6. Der Vorstand gibt sich eine Geschäftsordnung selbst und erstellt eine Vergütungsordnung. Diese bedarf der Zustimmung durch die Generalversammlung.
  7. Die Generalversammlung kann jederzeit den gesamten Vorstand oder einzelne seiner Mitglieder entheben. Die Enthebung tritt mit Bestellung des neuen Vorstandes bzw. Vorstandsmitgliedes in Kraft.
  8. Die Vorstandsmitglieder können jederzeit schriftlich ihren Rücktritt erklären. Die Rücktrittserklärung ist an den Vorstand, im Falle des Rücktrittes des gesamten Vorstandes an die Generalversammlung zu richten. Der Rücktritt wird erst mit Wahl eines Nachfolgers bzw. eines Nachfolgevorstandes wirksam.
  9. Zu den Aufgaben des Vorstandes gehören die Leitung des Vereines, sowie alle Aufgaben, die nicht durch die Statuten einem anderen Vereinsorgan zugewiesen sind. In seinen Wirkungsbereich fallen insbesondere folgende Angelegenheiten:
  • Verwaltung des Vereinsvermögens;
  • Erstellung des Jahresvoranschlages sowie Abfassung des Rechnungsabschlusses und des   Rechenschaftsberichtes;
  • Vorbereitung und Einberufung der ordentlichen und der außerordentlichen Generalversammlung;
  • Aufnahme und Kündigung von Angestellten des Vereines.

 

§ 9 Assoziationskreis

  1. Der Assoziationskreis wird durch die Personen gebildet, die im Rahmen der Vereinstätigkeit eigenständige Projekte (wie Landwirtschaft, pädagogische Projekte, Kulturarbeit, Ausbildungsbetriebe etc.) leiten.
  2. Die Mitglieder des Assoziationskreises werden durch den Vorstand vorgeschlagen und bedürfen der Bestätigung durch die Mitgliederversammlung. Die Amtszeit beträgt jeweils 1 Jahr. Weitere Amtszeiten sind möglich.
  3. Die Mitglieder des Vorstandes nehmen an den Assoziationskreissitzungen teil.
  4. Der Assoziationskreis tagt mindestens vier Mal pro Jahr und dient der Zusammenarbeit im Gesamtprojekt. Er erörtert pädagogische, soziale und wirtschaftliche Fragen der Konzeption und Kooperation im Gesamtgefüge der Vereinsprojekte. Er berät über Konzepterweiterungen, Aufbau von weiteren Projekten, deren wirtschaftlicher Tragfähigkeit und deren Betriebsergebnisse. Er entwickelt ein assoziatives Wirtschaften aller am Verein beteiligten „Betriebe“, insbesondere auch in Bezug auf den Umgang mit Gewinnen und Verlusten und deren Ausgleich im Gesamtgefüge der Betriebe.
  5. Der Assoziationskreis wählt einen Vertreter als Sprecher und gibt sich ansonsten seine Geschäftsordnung selbst.
  6. Der Assoziationskreis berichtet der Generalversammlung aus seiner Tätigkeit.

 

§ 10 Die Rechnungsprüfer

  1. Die zwei Rechnungsprüfer werden von der Generalversammlung auf die Dauer von drei Jahren gewählt. Eine Wiederwahl ist möglich.
  2. Den Rechnungsprüfern obliegen die laufende Geschäftskontrolle und die Überprüfung des Rechnungsabschlusses. Sie haben der Generalversammlung über das Ergebnis der Überprüfung zu berichten.

 

§ 11 Das Schiedsgericht

  1. Zur Schlichtung von allen aus dem Vereinsverhältnis entstehenden Streitigkeiten ist das Vereinsinterne Schiedsgericht berufen.
  2. Das Schiedsgericht setzt sich aus drei ordentlichen Vereinsmitgliedern zusammen. Es wird derart gebildet, dass ein Streitteil dem Vorstand ein Mitglied als Schiedsrichter schriftlich namhaft macht. Über Aufforderung durch den Vorstand binnen sieben Tagen macht der andere Streitteil innerhalb von 14 Tagen seinerseits ein Mitglied des Schiedsgerichtes namhaft. Nach Verständigung durch den Vorstand innerhalb von 7 Tagen wählen die Namhaft gemachten Schiedsrichter binnen weiterer 14 Tage ein drittes Mitglied zum Vorsitzenden des Schiedsgerichtes. Bei Stimmengleichheit entscheidet unter den Vorgeschlagenen das Los.
  3. Das Schiedsgericht fällt seine Entscheidung bei Anwesenheit aller seiner Mitglieder mit einfacher Stimmenmehrheit. Es entscheidet nach bestem Wissen und Gewissen. Seine Entscheidungen sind vereinsintern endgültig.

 

§ 12 Gemeinnützigkeit

  1. Der Verein bezweckt auf Grund seiner Satzung und der tatsächlichen Geschäftsführung die Förderung der Allgemeinheit auf denen in § 2 (Zweckparagraph) genannten Gebieten im Sinne des § 35 Abs. 2 BAO.
  2. Die Erträge der gesamten betrieblichen Tätigkeit werden ausschließlich zur Erfüllung der begünstigten Zwecke verwendet.
  3. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus den Mitteln des Vereins.
  4. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.
  5. Beim Ausscheiden aus dem Verein, bei dessen Auflösung oder Aufhebung steht dem Ausscheidenden kein Anspruch auf das Vereinsvermögen oder die geleisteten Beiträge zu.
  6. Der Verein kann für seine satzungsgemäßen Aufgaben im Rahmen der steuerrechtlichen Möglichkeiten Rücklagen bilden, sofern diese zweckgebunden ausgewiesen werden.

 

§ 13 Auflösung des Vereines

  1. Die freiwillige Auflösung des Vereines kann nur in einer zu diesem Zweck einberufenen außerordentlichen Generalversammlung und nur mit Zweidrittelmehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen beschlossen werden.
  2. Diese Generalversammlung hat auch – sofern Vereinsvermögen vorhanden ist – über die Liquidation zu beschließen. Insbesondere hat sie einen Liquidator zu berufen und Beschluss darüber zu fassen, wem dieser das nach Abdeckung der Passiven verbleibende Vereinsvermögen zu übertragen hat.
  3. Bei Auflösung des Vereines oder bei Wegfall des bisherigen begünstigten Vereinszweckes fällt das verbleibende Vereinsvermögen an die gemeinnützige Einrichtung „GLS Treuhand“ in Bochum (D), oder an eine sonstige zu benennende gemeinnützige Organisation zur Verwendung für gemeinnützige, mildtätige Zwecke im Sinne der §§ 34ff BAO.
  4. Der letzte Vereinsvorstand hat die freiwillige Auflösung binnen vier Wochen nach Beschlussfassung der zuständigen Behörde schriftlich anzuzeigen.

Oberhofen, im November 2012

Michael Schmock (Obmann), Philipp Muzzulini (Schriftführer)